Mord, § 211 StGB

Der Mord ist das schwerste Delikt im Strafgesetzbuch und wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe geahndet. Geschütztes Rechtsgut ist das menschliche Leben. Somit kann nur ein anderer Mensch Tatobjekt des § 211 StGB sein, ein Suizid ist straflos.

Wann liegt ein "Mensch" im Sinne des § 211 StGB vor?

Der strafrechtliche Lebensschutz ist von dem des Zivilrechts und des Verfassungsrechts zu unterscheiden. Der strafrechtliche Lebensschutz beginnt mit dem Einsetzen der Geburtswehen. Genannt wird dies auch Beginn des Geburtsaktes. Es kommt entscheidend darauf an, ob das Kind zu diesem Zeitpunkt gelebt hat.

Werden zuvor Handlungen vorgenommen, um die Leibesfrucht vorsätzlich zu schädigen, ist der Schwangerschaftabbruch, § 218 StGB, tatbestandsmäßig.

Das Ende des menschlichen Lebens wird im Strafrecht nicht durch den natürlichen Tod, sondern durch den Hirntod markiert.

Mord oder Totschlag?!

Noch heute ist das Verhältnis von Mord und Totschlag umstritten.

Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind Totschlag und Mord selbständige Tatbestände.

Nach herrschender Ansicht jedoch, stellt der Mord eine unselbständige Qualifikation des Totschlags dar.

Je nach dem welcher Ansicht man nun folgt, wirkt sich dies unterschiedlich für das Vorliegen der Mordmerkmale eines Teilnehmers aus.

Die herrschende Ansicht wendet aufgrund der strafschärfenden Wirkung der Mordmerkmale für den Teilnehmer § 28 II StGB an, die Rechtsprechung hingegen § 28 I StGB.

Weiter unterscheiden sich Mord und Totschlag dadurch, dass der Mörder mindestens eines der in § 211 StGB genannten Mordmerkmale verwirklichen muss. Der Totschläger hingegen, verwirklicht gerade keines dieser Merkmale. Dies wird auch aus dem Gesetzestext des § 212 StGB deutlich "ohne Mörder zu sein".

 
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