Bankrottdelikt, § 283 StGB

Bankrottdelikte sind die im Rahmen des Insolvenzverfahrens am häufigsten begangene Straftaten. Mit der Durchführung des Insolvenzverfahrens stehen sie in enger Verbindung und können neben einer Geldstrafe auch eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen.

Voraussetzungen eines Bankrottdelikts

Verwirklicht kann eine Bankrottstraftat nur dann sein, wenn der Täter als Schuldner in einer wirtschaftlichen Krise gehandelt hat. Genau genommen meint dies, dass eine Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Der Schuldner dürfte demnach nicht mehr in der Lage sein, allen Verbindlichkeiten und Zahlungspflichten nachzukommen. Regelmäßig reicht aus, dass eine solche Zahlungsunfähigkeit droht.

Führt der Schuldner selbst durch seine Handlungen eine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung des Unternehmens herbei oder wird dies zumindest versucht, so kann ebenfalls ein Bankrottdelikt einschlägig sein.

Tatbestandsmäßige Handlungen

§ 283 StGB umfasst mehrere Handlungen, welche unter gewissen Umständen zur Verwirklichung des § 283 StGB führen können.

Werden Vermögensbestandteile, die zur Insolvenzmasse gehören, während des Verfahrens oder der wirtschaftlichen Krise des Unternehmens, beiseite geschaffen, verheimlicht oder zerstört (Vermögensverschiebung), so ist das Vorliegen eines Bankrottdelikts zu bejahen.

Auch das Durchführen von Verlust- oder Spekulationsgeschäften mit Wertpapieren oder Waren kann unter Umständen den Tatbestand erfüllen.

Unrentable Ausgaben, Kreditaufnahmen, sowie Wetten oder Spiele, in denen übermäßige Beträge verbraucht werden, fallen ebenso unter den Tatbestand des Bankrotts.

Werden Rechte Dritter vorgetäuscht oder anerkannt und wird dadurch die Vermögensmasse verringert, so ist auch dies als Verwirklichung des Bankrotts anzusehen.

Häufig beseitigt der Schuldner Bilanzen und Unterlagen pflichtwidrig, fälscht sie oder lässt sie sogar komplett aus, sodass kein Überblick über den Vermögensstand mehr herrscht.

Auch der Versuch steht in § 283 StGB unter Strafe.

Ebenso kann auch fahrlässiges Handeln zu einer Strafbarkeit nach § 283 StGB führen.

 
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